
Visualisierungen: ICL Ingenieur Consult GmbH und Hartlock Städtebau
Gemeinsame Gesellschaft von Land NRW und RWE Power AG legt Strukturkonzept vor – das neue Arbeitsplätze und Stadtentwicklung vor Betriebsende des Kraftwerks ermöglicht.
Der Rat der Kreisstadt Bergheim hat am Montag, 23. März 2026, das Strukturkonzept für das rund 240 Hektar große Kraftwerksareal Niederaußem beschlossen. Erarbeitet wurde es von der Perspektive.Struktur.Wandel GmbH (PSW), einer gemeinsamen Gesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der RWE Power AG, zusammen mit der Stadt Bergheim. Das Konzept schafft die planerische Grundlage für neue Arbeitsplätze, einen von der Stadt Bergheim geplanten Digitalpark sowie Flächen für Wohnen und Freizeit. Ein wesentlicher Bestandteil ist eine rund 40 Hektar große, voll erschlossene Starterfläche am Kraftwerk Niederaußem, auf der sich schon zeitnah erste Unternehmen ansiedeln können.
Konkrete Verbesserungen – während das Kraftwerk noch läuft
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, betont den unmittelbaren Handlungsanspruch des Konzepts: „Das Rheinische Revier macht sich auf den Weg von der Braunkohle- zur Boom-Region – und Bergheim zeigt, wie das gehen kann. Mit dem Strukturkonzept für das Kraftwerksareal Niederaußem haben wir heute einen Plan in der Hand, der nicht auf den Abbruch der Kraftwerksgebäude wartet. Wir schaffen jetzt die Grundlagen für neue Arbeitsplätze, einen möglichen Digitalpark, offene Räume für die Menschen vor Ort. Der Ortsteil Auenheim war zu lange eine Insel. Das soll sich ändern. Der Industriestandort wird Schritt für Schritt ein lebendiges Quartier – eine Heimat von morgen, mitten im Rheinischen Revier.“
Besonderes Augenmerk des Strukturkonzeptes gilt dem Ortsteil Auenheim, der durch die industrielle Nutzung des Areals seit Jahrzehnten räumlich vom Rest Niederaußems getrennt ist. Zäune, Infrastruktur und das Kraftwerksgelände bilden eine städtebauliche Barriere. Das Strukturkonzept sieht eine gezielte Öffnung und schafft neue Wegeverbindungen.
Geplanter Digitalpark als Herzstück – Potential für bis zu 2.500 neue Arbeitsplätze
Bergheims Bürgermeister Volker Mießeler sieht im Konzept eine historische Chance für die Stadt: „Wir haben im Rahmen des Strukturkonzepts eine Planung über 240 Hektar aufgelegt – eine Fläche, die kaum eine andere Stadt in dieser Form planen kann. Ein Herzstück ist der Digitalpark Niederaußem: Hier sollen Räume für digitale Geschäftsmodelle, innovative Unternehmen und neue Bildungsangebote entstehen. Allein im Starterprojekt des Digitalparks haben wir ein Potential von bis zu 2.500 Arbeitsplätzen ermittelt.“
Die Entwicklung des Digitalparks Niederaußem, federführend konzipiert durch die Kreisstadt Bergheim, ist auf einem Teil der Starterfläche am Kraftwerk geplant. Vorgesehen sind Flächen für digitale Geschäftsmodelle, innovative Unternehmen sowie neue Bildungs- und Forschungsangebote. Die Stadt Bergheim hat mit der Investorensondierung bereits begonnen und erste Gespräche geführt. Auf der Starterfläche soll neben der Digitalwirtschaft auch Raum für die Themen Energie, Landwirtschaft 4.0 sowie eisenbahnaffine Leistungen sein – für Letzteres bietet das 330 Kilometer umfassende Werksbahnnetz der RWE rund um Bergheim, das künftig ins öffentliche Schienennetz eingebunden werden soll, ein einmaliges Standortpotential.
RWE übernimmt Verantwortung über den Kohleausstieg hinaus
Dr. Lars Kulik, Braunkohlevorstand der RWE Power AG, unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des frühen Starts: „Schon heute setzen wir unsere Expertise und unsere Flächen ein, um Perspektiven zu schaffen – für die Region, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier wohnen und bleiben wollen. Das Strukturkonzept der PSW setzt den Rahmen, damit sich Unternehmen ansiedeln und neue Arbeitsplätze entstehen können, noch bevor der Kraftwerksbetrieb endet.“
Zwei Entwicklungshorizonte: Sofortmaßnahmen und langfristige Transformation
Das Strukturkonzept gliedert die Entwicklung in zwei Zeitebenen: Während das Kraftwerk noch in Betrieb ist, werden auf freien Flächen bereits erste Ansiedlungen, Sport- und Freizeitflächen sowie städtebauliche Verbesserungen realisiert und große Bereiche werden städtebaulich aufgewertet. Später kann ab ca. 2040 die umfassende Transformation des Gesamtareals zu einem offenen, gemischten Stadtquartier erfolgen.
Henk Brockmeyer und Erik Schöddert, Geschäftsführer der PSW, erklären: „Das Strukturkonzept ist fertig. Wir haben die Leitplanken für die Entwicklung von morgen gesetzt – damit kann es auf 40 Hektar der Starterfläche zeitnah losgehen.“ Mit dem politischen Beschluss endet die Konzeptphase, und die Umsetzungsphase der Standortqualifizierung beginnt. Die PSW koordiniert im nächsten Schritt vertiefende Machbarkeitsstudien zu Verkehr, Erschließung, Entwässerung und Schallschutz. Sie bilden die Grundlage für die kommunale Bauleitplanung und konkretisieren den Entwicklungsfahrplan für das Gesamtareal.
Breite Beteiligung als Grundlage
Das Strukturkonzept wurde in mehrmonatigen Workshops unter Einbindung aller relevanten Interessensvertreter erarbeitet. Neben der PSW und ihren Planungspartnern ICL Ingenieur Consult GmbH und Hartlock Städtebau waren die Kreisstadt Bergheim, die Verwaltung, der Stadtrat sowie die Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich beteiligt. Eine öffentliche Veranstaltung am 18.11.2025 im Haus der Vielfalt hatte das Konzept zur Diskussion gestellt.
Ansprechpartner
Jan-Frederik Walter
RWE Power AG
Tel. 02271.70.4332
jan-frederik.walter@rwe.com
Inga Driller
NRW.URBAN
Tel. 0211.54238.2231
inga.driller@nrw-urban.de